Hintergrund
Der durch menschliche Aktivitäten verursachte Klimawandel wurde als eine der größten globalen Herausforderungen identifiziert und wird auch in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen und die Gesellschaft haben.
Der Klimawandel beeinflusst sowohl menschliche als auch natürliche Systeme und kann erhebliche Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Ressourcen, wirtschaftliche Aktivitäten sowie das menschliche Wohlergehen haben. Als Reaktion darauf werden auf internationaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene Maßnahmen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor entwickelt und umgesetzt, um die Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre zu reduzieren sowie Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu fördern.
Es besteht ein Bedarf an wirksamen und zukunftsorientierten Maßnahmen zur Bewältigung der dringenden Herausforderungen des Klimawandels auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse. ISO entwickelt Normen und Leitlinien, die dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Instrumente zu überführen, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen. Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen basieren auf der Quantifizierung, Überwachung, Berichterstattung sowie Verifizierung von Treibhausgasemissionen und oder deren Entnahmen.
Klimaneutralität (Treibhausgasneutralität) bezeichnet einen Zustand, in dem anthropogene Treibhausgasemissionen über einen festgelegten Zeitraum durch anthropogene Entnahmen ausgeglichen werden.
Der Begriff Klimaneutralität wird in der Regel für Organisationen und Produkte verwendet. Die Erreichung von Klimaneutralität umfasst üblicherweise auch den Ausgleich von Emissionen zur Kompensation des CO₂-Fußabdrucks (siehe ISO 14067).
Klimaneutralität wird als ein Prozess der kontinuierlichen Verbesserung verstanden, bei dem der CO₂-Fußabdruck eines Bezugsobjekts durch Maßnahmen zur Emissionsminderung und zur Erhöhung von Entnahmen reduziert wird. Dadurch verringert sich der Bedarf an Kompensation im Zeitverlauf.
Neben der Klimaneutralität existiert das Konzept der Netto-Null-Treibhausgasemissionen. Dieses wird in der Regel auf Gebietseinheiten, beispielsweise Staaten oder Gemeinden, sowie auf Organisationen angewendet, jedoch nicht auf Produkte. Netto-Null-Treibhausgasemissionen werden je nach Kontext unterschiedlich definiert und bewertet. Für Organisationen wird darunter üblicherweise ein Zustand verstanden, in dem Emissionen soweit reduziert wurden, dass nur noch Restemissionen verbleiben und Kompensation ausschließlich durch Entnahmezertifikate erfolgt. Für Gebietseinheiten berücksichtigt die Bewertung sowohl Emissionen als auch Entnahmen innerhalb des direkten Einfluss- oder Zuständigkeitsbereichs, wobei Kompensationsmechanismen teilweise ausgeschlossen sind.
Angewandte Normen
ISO 14068-1 ist eine internationale Norm zur Klimaneutralität (Treibhausgasneutralität) und baut auf bestehenden internationalen Normen zur Quantifizierung, Berichterstattung, Validierung und Verifizierung von Treibhausgasemissionen auf, wie beispielsweise ISO 14064-1, ISO 14064-3 und ISO 14067. Abbildung 1 veranschaulicht die Zusammenhänge innerhalb der Normenreihe ISO 14060 sowie mit weiteren relevanten internationalen Normen zu Umweltkennzeichnungen und Umwelterklärungen.
Diese Norm legt einen standardisierten Ansatz zur Erreichung und zum Nachweis von Klimaneutralität (Treibhausgasneutralität) fest. Sie ist auf Organisationen sowie auf Produkte, einschließlich Waren und Dienstleistungen, sowie auf Veranstaltungen und Gebäude anwendbar.
Der in dieser Norm beschriebene hierarchische Ansatz priorisiert Maßnahmen zur Reduktion direkter und indirekter Treibhausgasemissionen sowie zur Erhöhung von Entnahmen. Kompensationsmaßnahmen werden ausschließlich für den verbleibenden CO₂-Fußabdruck eingesetzt, nachdem diese Maßnahmen umgesetzt wurden.
Die Erreichung von Klimaneutralität (Treibhausgasneutralität) durch Organisationen und Produkte umfasst Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Erhöhung von Entnahmen und kann damit zur Unterstützung von Staaten bei der Erfüllung ihrer national festgelegten Beiträge (NDCs) sowie der Ziele des Pariser Abkommens beitragen.
Unsere Leistungen
SSA TIC erbringt hochwertige Leistungen zur Validierung und Verifizierung von Angaben zur Klimaneutralität (Treibhausgasneutralität) von Organisationen sowie von Produkten oder Dienstleistungen auf Grundlage von ISO 14068-1.
Die Leistung umfasst eine Kombination aus Vor Ort und Remote Bewertungen der Daten zur Klimaneutralität sowie der zugrunde liegenden Berechnungsmethoden. Ein besonderer Fokus der Auditorinnen und Auditoren liegt auf der Analyse der verwendeten Methodiken und Werkzeuge zur Berechnung sowie auf der Prüfung der zugrunde liegenden Eingangsdaten. Dazu zählen sowohl im Unternehmen erhobene Daten als auch Daten aus externen fachlichen und öffentlichen Quellen.
Links
- ISO 14068-1:2023 - Climate change management — Transition to net zero — Part 1: Carbon neutrality
- IWA 42:2022 - Net zero guidelines
- PAS 2060:2014 - Specification for the demonstration of carbon neutrality
- ISO/PAS 50010:2023 - Energy management and energy savings — Guidance for net zero energy in operations using an ISO 50001 energy management system